islandrabe

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Wand Inn Fluss

Die Dynamik einer Wasseroberfläche wird zur Grundlage für eine Lichtwand in(n) Fluss; zum Eintauchen in die Qualitäten eines Naturschauspiels.

Wand Inn Fluss, islandrabe 2015


Ausgangspunkt

Das Schlagwort "flow" – im Fluss – bezeichnet einen Zustand, wo vieles ohne Mühe weitergeht. Dieser Fortschritt wird dabei auf die Person bezogen, die den 'flow' hat. Hier ist eine Wand aus Licht im Fluss und wird begleitet vom Klang des Dahinplätscherns – die Person bleibt dabei Betrachter. Passivität und Ruhe haben einen schweren Stand, wenn beständig die Forderung nach mehr und Wachstum wiederholt wird, doch sind sie Kern eines achtsamen Umgangs mit Ressourcen, mit unserer Umwelt. Wer geht, sitzt, schaut, bedenkt, ... der hält seinen ökologischen Fußabdruck schmal und entdeckt wohl hin und wieder, dass manches einfach entschwimmen kann. Es fällt uns schwer, bei solchen Tätigkeiten ein gutes Gefühl zu entwickeln, den Leerlauf zu vertreten im Angesicht der Konjunkturen; dieses Werk versucht dem 'einfachen' Betrachten und Wahrnehmen Raum zu geben.

Lichtwand gesamt, Wand Inn FlussBild 1


Form und Funktion

Das 3x5m große Werk (Bild 1) aus Licht und Klang reduziert das Naturschauspiel 'Fluss', das der Inn bietet, auf 96 Lichtwürfel und eine Tonspur. Die Dynamik der Wasseroberfläche dient als Grundlage für die pulsierenden Elemente der Lichtwand (Video 1). 'Kern' der Leuchtwürfel sind LED-Module, die einzeln mit Helligkeitswerten angesteuert werden, und als 'Hülle' dient Papier, das die 'Pixel' der Lichtwand als Würfel räumlich erscheinen lässt (Bild 2). Dadurch erhält dieses 8x12-Pixel-Display eine Struktur, die sich dadurch verstärkt, dass alles an Gummischnüren aufgehängt ist und so eine Dynamik in die Reihen kommt (Bild 3); die Pixel richten sich ein wenig nach links oder rechts aus.
Den Raumklang bildet eine unbearbeitete Feldaufnahme eines Baches. Die Klänge der einzelnen Wellen mischen sich zu einem fließenden Klangeindruck, der die Lichtwand begleitet.
Ein Naturschauspiel wird hier in abstrakter Form wiedergegeben – medial vermittelt über ein un-flaches 'Display'. Einerseits um ein Ambiente für das 'Fließen-lassen' des Alltags, eine Auszeit nahezulegen. Andererseits um zur (Wieder)Entdeckung des Flusses Anlass zu geben, der Innsbruck durchfließt, ohne dass er als imposanter Fluss mit seinen Eigenschaften wahrgenommen werden würde.

Video 1

Leuchtwürfel, Wand Inn FlussBild 2

Detailansicht, Wand Inn FlussBild 3


Ausführung

Technisch betrachtet, ist die Installation ein reduziertes Display, das auf einer Fläche von 3x5m mit 96 Pixeln Graustufenwerte wiedergibt. Die Pixel (= die Leuchtwürfel) haben die Größe 7x7x7cm, worin sich ein LED-Modul befindet. Jedes wird mittels LED-Driver mit einem zugewiesenen Helligkeitswert angesteuert. Das gesamte Display steuert ein Microcontroller, der pro Frame/Bild 96 Helligkeitswerte weitergibt. Die Daten dafür stammen von einer Videoaufnahme einer Wasseroberfläche des Inns, wovon Pixel, entsprechend der Position in der Lichtwand, ausgewertet wurden. Der Kontrast zwischen Wellenberge und -täler lieferte die verwendeten Werte.

Detailansicht, Wand Inn FlussBild 4


Vermittlung

Die Präsentation von Wand Inn Fluss fand im Freien Theater Innsbruck von 01.bis 13.10.2015 im Rahmen von „VORBRENNER15“ statt.
Am 3.10. war das Werk Teil der Langen Nacht der Museen (Bild 5, Foto: Daniel Dlouhy) und am 10.10. tauchte die Tänzerin und Choreographin Sabine Prokop in einer Performance in das Werk ein (Bild 6).

Wand Inn Fluss, Lange Nacht der MuseenBild 5

Wand Inn Fluss, Tanz Sabine ProkopBild 6


Unterstützung

Ein Werk im Rahmen von VORBRENNER15, gefördert durch die Stadt Innsbruck.

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