islandrabe

Tagwerk in den Feldern der Kunst und Kulturwissenschaft

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Klangkubus

Die interaktive Klanginstallation verwandelt den Raum um einen in ein spielbares Instrument; und gibt dem eigenen Dasein dadurch ein akustisches Feedback.

Klangkubus, islandrabe 2014


Ausgangspunkt

Wir erinnern uns eher selten daran und wenn doch, glauben wir an einen nur marginalen Effekt, doch unser Dasein verändert die Umgebung. Dauerhafter und sichtbarer versuchen wir es durch Materielles, wo die dingliche Anhäufung für 'mehr' Präsenz steht. Unbewusster und schwer greifbar hinterlassen wir Gefühle, Stimmungen, ... auch Schwingungen. Im Alltag der geräuschvollen Geschäftigkeit kommt einem gar nicht in den Sinn, dass man sich selbst hören – wahrnehmen – könnte, jedoch wäre eine solche Perspektive auf die eigene Präsenz eine wohl eindrückliche Erfahrung.


Form und Funktion

Nach zweieinhalb Tagen des Aufbaus war im sonst leeren Raum nur eine weiße Markierung am Boden sichtbar. Doch es lagen nun Klänge in der Luft, die auf eine eigene Art greifbar waren und durch ihre Anordnung im Raum einen Hörraum entstehen ließen.
Video 1 zeigt, wie Hans Platzgumer in den Klangraum eintauchte und Musik darin fand. Die eigenen Bewegungen vertonte Tarek 'Amun' Tillian und löste mittels Bewegungsabläufen Klangmuster und Rhythmen aus (Video 2), die unsichtbar aber doch konkret im Raum zu sein schienen. Abseits der Performances stand der Klangkubus allen zur Verfügung, die damit spielen wollten (Bild 1).

Video 1

Video 2

Klangkubus für alle zugänglichBild 1


Ausführung

Eine quadratische Bodenmarkierung (Bild 2) verweist auf den 2x2x2m großen Spielbereich in Form eines Würfels. Dieser ist in 27 kleinere Würfel unterteilt, wovon jeder einzeln wie eine unsichtbare Klaviertaste angeschlagen werden kann (Bild 3). Der Ort und die Intensität der eigenen Bewegungen erzeugen eine Klanglandschaft. Wege durch den Raum erzeugen Rhythmen und Kompositionen.
Mittels zweier Webcams wird der Bereich des Klangkubus aufgenommen; eine filmt den reaktiven Bereich von vorne, die andere von oben (Bild 4, links). Aus den aufgenommenen Bildern wird im Vergleich der Bildpunkte von Vorher-Nachher ermittelt, wo im Bild Bewegung stattfindet und so erhält jeder der 27 Bereiche einen eigenen Wert für die Intensität der Klänge und ihre Verteilung im Raum (Bild 4, rechts). Der Code für diese Trackingmethode steht online auf github zur Verfügung.

Bewegung innerhalb der MarkierungBild 2

Visualisierung der BedienungBild 3

Skizze des Trackings und der KlangverteilungBild 4


Vermittlung

Die Präsentation des Klangkubus im Freien Theater Innsbruck von 01.bis 12.10.2014 fand im Rahmen von „VORBRENNER14“ statt.


Beteiligte

Hans Platzgumer (Sounds), geboren 1969 in Innsbruck, ist Schriftsteller, Musiker und Komponist. Er hat in vielen Teilen der Welt gelebt, über 60 Alben und Platten veröffentlicht (u.a. mit HP Zinker, den Goldenen Zitronen), 70 Soundtracks zu Filmen, Theaterstücken und Hörspielen komponiert, eine Grammy-Nominierung, Goldene Schallplatte und andere Auszeichnungen verbucht, doziert, kuratiert, sowie 6 Bücher, 2 Opern und anderes geschrieben. platzgumer.net

Richard Schwarz (Konzept, Coding & Technik), geboren 1984 in Wörgl, lebt in Wien, Studium der Europäische Ethnologie (Universität Innsbruck) und Art & Science (Universität für Angewandte Kunst Wien) und ist derzeit tätig als Medienkünstler und freischaffender Kulturanthropologe. islandrabe.com


Unterstützung

Diese Arbeit wurde gefördert durch die Abteilung Kultur des Landes Tirols und ermöglicht mit Unterstützung durch das IT-Syndikat (Innsbruck) und chk.at computer (Wörgl).

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