islandrabe

Tagwerk in den Feldern der Kunst und Kulturwissenschaft

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ganz nah

Eindrücke alltäglicher Berührungen durch Bilder einer programmierten Animation

ganz nah, islandrabe 2016


Ausgangspunkt

Beiläufig berühren wir tagtäglich Dinge und Lebewesen und widmen den Berührungen selten Aufmerksamkeit. Es ist ein Sinn, der uns in der Welt verortet, und Auskunft gibt, wie sich diese anfühlt und wie diese 'ist'. Insofern berühren wir durch Berührungen nicht nur – sondern werden auch berührt.
Als Teil der Ausstellung "ganznah. Landläufige Geschichten vom Berühren" im vorarlberg museum versammelt und sortiert das Werk Fotografien, um die Aufmerksamkeit auf diese Sinneseindrücke zu lenken.

Video 1


Form und Funktion

Inhalt der programmierten Animation ist eine sich ständig erweiternde Sammlung an fotografischen 'Berührungstagebüchern'. Personen fotografieren dabei einen Tag lang ihre Hände, wie diese etwas oder jemanden berühren, und stellen die Fotografien dem Museum für das Werk zur Verfügung (zum Sammelaufruf). Aus dieser Sammlung werden für einen Animationsdurchgang (Bild 1) per Zufall sechs Tagebücher ausgewählt. Pro Person erscheint am Beginn eine Fotografie, um das sich im Verlauf fünf weitere gruppieren. So entstehen sechs Fotogruppen, sortiert von jung (links) bis alt (rechts). Nach einer kurzen Pause des Betrachtens beginnt die Sortierung in zwei große Bildgruppen. Links finden sich Bilder von Frauen ein, rechts jene von Männern. Diese Anordnung verweilt einige Augenblicke, um dann nach unten aus dem Bild zu fallen; und damit beginnt ein neuer Animationsdurchgang mit sechs erneut zufällig ausgewählten Tagebüchern.
Im Verlauf der Durchgänge und der Sortierungen (Video 1) wird es möglich einen Eindruck in verschiedene Berührungsalltage zu erhalten und auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken.

Ablauf der programmierten Animation Bild 1


Ausführung

Im Hintergrund der Animation steht eine Bilddatenbank, die Schritt für Schritt erweitert wird. Die eingelangten Tagebücher werden mit den Informationen "Geschlecht" und "Geburtsjahr" hinzugefügt und die Bilder werden automatisch für die Verwendung durch die Animationssoftware angepasst. Das Programm wählt daraus per Zufall für jeden Durchgang neu sechs Tagebücher aus, generiert die Positionen der Fotografien und platziert sie eine nach der anderen in der Projektion. Das Verhalten der Bilder bestimmt dabei eine Physiksimulation, die sie ihre Positionen finden lässt und die Bewegungen (Bild 2) berechnet, die zur Sortierung führt.

ganz nah, Dynamik der Sortierung Bild 2


Vermittlung

Das Werk ist Teil der Ausstellung "ganznah. Landläufige Geschichten vom Berühren", die bis Frühjahr 2019 im vorarlberg museum zu sehen ist.


Auftrag

Ein Werk für das vorarlberg museum in Zusammenarbeit mit Rath & Winkler

Logo vorarlberg museum